Gemälde

Beschreibung des Gemäldes Merisi da Caravaggio „Madonna di Loreto“ (1604–1606)


Die Leinwand wurde von der aristokratischen Familie Cavaletti als Altarbild für die Kapelle der Familienkirche in Sant'Agostino in Rom in Auftrag gegeben. Das Gemälde wurde in zwei Schritten mit einer Pause aufgrund eines Konflikts mit einem Notar gemalt, der Einwände gegen die Geliebte des Meisters erhob, der für das Bild Mariens posierte. Nach einer Weile kehrte der Künstler zu seinem monumentalen Werk zurück und vollendete es.

Die Jungfrau Maria auf dieser Leinwand scheint mitten auf dem Altar am Himmel zu schweben. Der Maler wagte es, sie in der Gestalt einer gewöhnlichen Bäuerin im Moment eines berührenden, bescheidenen und warnenden Treffens mit zwei barfüßigen Pilgern zu zeigen, die während der langen Reise beschmutzt waren. Nicht umsonst lautet der zweite Name des Bildes „Unsere Liebe Frau von den Pilgern“. Das Gesicht der Madonna ist voller grenzenloser Keuschheit und Kunstlosigkeit. Das Jesuskind in ihren Armen sieht die Pilger neugierig und ängstlich an.

Der Meister achtete sehr auf Details und konzentrierte sich auf die Größe des Babys und das Bild der schwerelosen Füße Mariens. Für den göttlichen Charakter ist ihre Pose jedoch sehr kokett und unbescheiden. Sie trägt ein düsteres Gewand - eine dunkelblaue Tunika aus Seide - und darüber einen olivbraunen, samtigen Pullover, der ihre Hände versteckt, aber das Öffnen ihres Halses und eines Teils ihrer Brust ist zu kühn für die biblische Schrift.

Auf der Leinwand sind die Bilder von Pilgern einfach unglaublich. Der Vordergrund des Bildes zeigt ausdrucksstarke Pilgerfiguren mit langen Dauben. Sie sehen aus wie gewöhnliche Bauern, gemessen an ihren Gewändern. Sie begegnen dem göttlichen Kind mit knietiefer Mutter und respektvoll gefalteten Händen im Gebet. Auffällig sind der schmutzige Kopfschmuck der Frau und die verschmutzten Füße eines jungen Bürgermeisters, der barfuß den harten Weg gegangen ist und in den Vordergrund gerückt ist. Die Beine erreichen fast die Ränder der Leinwand.

Caravaggio drückte zuerst auf der Leinwand den Gedanken an die Ungerechtigkeit der Existenz einer Ordnung auf Erden aus, die nicht einmal göttliche Kräfte verändern kann. "Madonna Loreto" interessierte keine Kenner, die sie für ausdruckslos hielten, aber sie wurde von den einfachen Leuten bewundert, die ihr ihre Gebete anboten. Die wahre Essenz der Leinwand liegt in der Idee des Autors, dass die Pilgerfahrt eine Metapher für das weltliche Leben ist, sowie in der unveränderlichen Bedeutung der Spiritualität.





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